Grüne zeigten Dokumentarfilm „Sold City“ im Filmpalast Wolfenbüttel
Mit dem Dokumentarfilm „Sold City“ haben Bündnis 90/Die Grünen im Filmpalast Wolfenbüttel zu einem eindrucksvollen Filmabend über die Wohnraumkrise eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus einem Grundbedürfnis ein renditegetriebenes Geschäftsmodell werden konnte – und welche politischen Wege zu bezahlbarem Wohnraum führen. Die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz setzen sich seit vielen Jahren kritisch mit der Privatisierung öffentlicher Daseinsvorsorge auseinander. In „Sold City“ nehmen sie die Entwicklung des Wohnungsmarktes in den Blick. Der Film zeichnet nach, wie mit dem Ende der Wohnungsgemeinnützigkeit, dem Verkauf öffentlicher Wohnungsbestände und der zunehmenden Finanzialisierung des Wohnens Wohnraum immer stärker zum Spekulationsobjekt wurde. Anhand von Beispielen aus Berlin, Hamburg und London zeigen die Filmemacher die sozialen Folgen steigender Mieten, großer Immobilienkonzerne und fehlender bezahlbarer Wohnungen. Gleichzeitig macht der Film aber auch Hoffnung: Die Wohnungspolitik in Wien und Singapur verdeutlicht, dass eine gemeinwohlorientierte Wohnraumpolitik möglich ist, wenn der politische Wille vorhanden ist. Für Bündnis 90/Die Grünen war der Filmabend deshalb weit mehr als eine Dokumentation über den Wohnungsmarkt. Er machte deutlich, dass Wohnen keine gewöhnliche Ware ist, sondern die Grundlage für ein würdevolles Leben. Lena Krause, Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, betonte: „Wohnen ist ein Menschenrecht und keine Ware, mit der maximale Renditen erzielt werden dürfen. Wer sich die Miete nicht mehr leisten kann oder Angst vor der nächsten Erhöhung haben muss, verliert Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe. Wohnen ist keine Luxusfrage, sondern eine Voraussetzung für Chancengleichheit, soziale Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben. Politik muss dafür sorgen, dass bezahlbarer Wohnraum wieder als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden wird.“ Krause sieht die Kommunen in der Verantwortung: „Bezahlbarer Wohnraum entscheidet darüber, ob Familien, Auszubildende, Studierende oder Seniorinnen und Senioren in unserer Stadt bleiben können. Wir brauchen eine Wohnungspolitik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt – nicht die Rendite. Auch wenn die Situation im unserer Stadt nicht mit Berlin oder Hamburg vergleichbar ist, so müssen wir die Entwicklung kritisch begleiten und dafür sorgen, dass Wolfenbüttel eine Stadt bleibt, in der gutes Wohnen für alle möglich ist.“ Die anschließende Diskussion zeigte, dass die Wohnraumfrage zu den größten sozialen Herausforderungen unserer Zeit gehört. Der Film machte deutlich, dass die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte kein Naturgesetz ist, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen – und dass deshalb auch andere Entscheidungen möglich sind.