Grünen Kohlwanderung am Grünen Band: Vernetzung und politische Impulse in historischer Landschaft

Rund 50 Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen aus fünf Kreisverbänden in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben bei ihrer traditionellen GRÜNEN Kohlwanderung das Grüne Band erkundet – ein ehemaliger Todesstreifen, der heute als Nationales Naturmonument geschützt ist. Die Kohlwanderung, in diesem Jahr ein Gemeinschaftsprojekt der Kreisverbände Wolfenbüttel und Harz, diente nicht nur der politischen Bildung, sondern auch der Stärkung der länderübergreifenden Zusammenarbeit.

Unter der fachkundigen Leitung von Ulrich-Karl Engel, langjähriges Mitglied des Kreisverbandes Harz und ehemaliger Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt (1990–1998), führte die Route zum historischen Grenzturm Rhoden. Engel, seit 2018 Mitglied des Kuratoriums Grünes Band Sachsen-Anhalt, schilderte eindrücklich und verbunden mit vielen Anekdoten, wie aus einer einstigen Teilung Deutschlands ein Symbol für ökologische Vielfalt und friedliche Einheit wurde. „Das Grüne Band ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie aus einer Wunde der Geschichte ein Ort der Hoffnung und des Naturschutzes werden kann“, betonte Engel.

Im Anschluss an die Wanderung lud die Gruppe in die Gaststätte „Willecke’s Lust“ zum traditionellen Braunkohlessen ein, das auch in einer veganen Variante angeboten wurde. Zuvor nutzten Abgeordnete und Spitzenkandidatinnen der Grünen die Gelegenheit, um über aktuelle politische Herausforderungen zu informieren. Karoline Otte, Bundestagsabgeordnete, wies auf die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen hin: „Das Herzstück unserer Demokratie sind die Kommunen. Hier wird Politik konkret – ob bei der Sanierung von Schulen, der Organisation des Busverkehrs oder der Förderung des Vereinslebens.“ Otte verwies auf einen Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion, der eine dauerhafte Stärkung der Kommunen durch zusätzliche Mittel, unter anderem durch eine Umverteilung der Umsatzsteueranteile, vorsieht. Andreas Hoffmann, Landtagsabgeordneter in Niedersachsen, unterstrich die Unterstützung des Landes, mahnte jedoch zugleich eine stärkere Verantwortung des Bundes an: „Wir sehen die Probleme der Kommunen und unterstützen sie nach Kräften, aber die Länder können diese Aufgabe nicht allein schultern.“ Tamina Reinecke, ebenfalls Landtagsabgeordnete, ergänzte: „Besonders im Bereich Klima- und Umweltschutz sowie bei der Klimafolgenanpassung engagiert sich Niedersachsen intensiv, um das Land zukunftsfähig aufzustellen.“

Die Spitzenkandidatinnen für die anstehende Kommunalwahl im September, Lena Krause als Bürgermeisterkandidatin der Stadt Wolfenbüttel und Leo Pröttel als Landratskandidat, zeigten sich optimistisch: „Unsere Grüne Kohlwanderung hat aufs Neue gezeigt, wie viel Energie und Zusammenhalt in uns Grünen steckt. Mit diesem gemeinsamen Aufbruch gehen wir motiviert in Richtung Kommunalwahl 2026 in Niedersachsen – für starke grüne Politik vor Ort und eine lebenswerte Zukunft in unseren Gemeinden.“ Leo Pröttel fügte hinzu: „Wir können und müssen mitgestalten – auf allen Ebenen. Ob als Bürgermeisterin, als Landrat oder in den Räten: Grüne Politik schafft Zukunft! Das zeigen Beispiele aus ganz Deutschland und das schaffen wir auch in Wolfenbüttel. Die Veranstaltung endete mit dem Fazit, dass die Kohlwanderung nicht nur informative Einblicke in die Geschichte des Grünen Bandes bot, sondern auch den Austausch und die Vernetzung der Grünen in der Region nachhaltig förderte. „Die erfolgreiche Kooperation unterstreicht die Bedeutung grenzüberschreitender Vernetzung für die politische Arbeit der Grünen“ sagte Kreisgeschäftsführerin der Grünen, Angelika Uminski-Schmidt.