Bündnis 90/Die Grünen aus Stadt und Landkreis Wolfenbüttel haben am vergangenen Mittwoch im Wolfenbütteler Filmpalast den Spielfilm „22 Bahnen“ vor mehr als 60 Gästen gezeigt. Das Filmdrama von Mia Maariel Meyer aus dem Jahr 2025 thematisiert das Coming-out einer jungen Frau, die sich aus prekären familiären Verhältnissen befreit, und setzt sich dabei mit den Folgen von Alkoholismus und Armutsgefährdung auseinander. In ihrer Begrüßung verwies Petra Sarstedt-Hülsmann, Mitglied der Film AG der Grünen, auf alarmierende Zahlen: Rund 2,65 Millionen Kinder in Deutschland wachsen mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil auf – das entspricht etwa jedem siebten Kind. Die Folgen seien gravierend: erhöhte Risiken für psychische Erkrankungen, Schulprobleme und eine drei- bis vierfach gesteigerte Wahrscheinlichkeit späterer eigener Suchterkrankungen. Zudem sei die Armutsgefährdungsquote bei 18- bis 24-Jährigen mit über 25 Prozent besorgniserregend hoch. Besonders junge Menschen in Ausbildung oder Studium gäben im Schnitt mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Miete aus – ein strukturelles Problem, das soziale Ungleichheit verfestige. „22 Bahnen“ erzählt eine berührende Geschichte über Verantwortung, Freiheit und den schwierigen Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Die ruhige Erzählweise und die starken schauspielerischen Leistungen machten den Film zu einem eindrücklichen Erlebnis, das lange nachwirkt. Petra Sarstedt-Hülsmann betonte im Anschluss: „Dieser Film zeigt, wie wichtig es ist, über Themen wie Sucht und Armut zu sprechen – und wie sehr junge Menschen Unterstützung brauchen, um ihren eigenen Weg zu gehen. Wir müssen strukturelle Hürden abbauen, damit alle die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben.“ Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Grüner Film“, die mit künstlerischen Mitteln politische und soziale Themen in den Fokus rückt.
Grüne zeigen Film „22 Bahnen“ in Wolfenbüttel – Diskussion über Armut und Suchtprävention